Solarpunk ist eine Zukunftsvision, welche erstmals 2008 formuliert wurde und als optimistische Reaktion zum teilweise dystopischen Cyberpunk gesehen werden kann. Obwohl die heutigen Realisierungen noch sehr rudimentär sind, lassen sie doch erahnen, wie unsere Zukunft aussehen kann.
Die äußere Welt
Im Solarpunk geht es um ein Leben auf diesem Planeten, welches im Einklang mit der Natur umgesetzt wird und in dem soziale Gerechtigkeit und Gleichberechtigung selbstverständlich geworden sind. Technologischer Fortschritt und ökologische Lebensweise sind miteinander vereinbar. Ökologische und ökonomische Interessen, Rahmenbedingungen und Lebensweisen orientieren sich an den Aufbau und Erhalt der Natur, in der wir leben. Es gibt ausschließlich erneuerbare Energie- und Materialerzeugung. Sonnen- und Windkraft bieten die Energiegewinnung, die der Mensch braucht. Die Effektivität der benötigten Umwandler, PV und WEA liegt nahe bei 100%. Die Nutzung fossiler Energieträger gehört endgültig der Vergangenheit an. Die Produktion und Speicherung der benötigten Energien für die Privathaushalte geschieht dezentral, so dass letzten Endes jede Wohneinheit ihre eigene Energie produziert und speichert. Diese Art der Energieversorgung gilt auch für Produktionsstätten und Transportwege.
Produktionsstätten werden nicht mehr endlos jeweils eine Warengruppe produzieren, sondern nach Bedarf. Oberstes Gebot ist die Langlebigkeit und Nachhaltigkeit der hergestellten Güter. KI , instruiert von dafür ausgebildeten Menschen, welche nachhaltig und kreativ denken und handeln, bestimmt weitgehend die Logistik der Wartung und Herstellung benötigter Güter.
Menschen orientieren ihren Selbstwert nicht an den Waren, die angeboten und erworben werden. Jeder entwickelt eigene Vorstellungen, was der Einzelne für sich und die Gemeinschaft für sinnvoll erachtet. Die Entwicklung dieser Fähigkeit wird ab dem Vorschulalter vermittelt, hauptsächlich in Form der eigenen Persönlichkeitsentwicklung. In der Schule steht an erster Stelle nicht die Wissensvermittlung, sondern die Wahrnehmung und Erfahrung persönlicher Eigenschaften, die Selbsterfahrung.
Menschen leben in einem friedlichen und toleranten Miteinander, ohne kulturelle, religiöse, ethnische oder Klassenunterschiede zu ziehen. Auch wird die Umwelt nicht mehr als etwas angesehen, das ohne Rücksicht oder Weitblick ausgebeutet wird.
Industrielle Fabrikation und Gütertransport wird unter die Erde verlegt und weitgehend automatisiert sein. Entstehende Emissionen bei der Herstellung werden vollständig recycelt und der Energiegewinnung zugeführt. Öffentlicher Personenfernverkehr wird ebenfalls hauptsächlich unterirdisch erfolgen, oder im Luft- und nahen Weltraum.
Dadurch wird wesentlich mehr Raum geschaffen, um die Landwirtschaft und den Lebersaum für Menschen sinnvoller zu verteilen und zu gestalten. Die Oberfläche der Erde wird nicht mehr den Ballungszentren gleichen, sondern mehr parkähnlichen Landschaften, in denen die Menschen leben, umgeben von landwirtschaftlichen Flächen und ausgedehnten Wäldern. Menschen werden genügend Wohnraum haben, entweder ebenerdig oder in Wohnlandschaften, z.B. ähnlich den Entwürfen von Buckminster Fuller oder Friedensreich Hundertwasser.
Das soziale und individuelle Bewusstsein wird sich in Richtung kollektives Leben verändern. Im Vordergrund wird nicht mehr das Vermehren persönlichen Reichtums stehen, sondern das Teilen der individuellen Ressourcen, um so weit wie möglich andere an seinen individuellen Fähigkeiten teilhaben zu lassen. Die Motivation für Wettbewerb ist nicht länger der Erwerb von wirtschaftlicher Macht, sondern Ideenreichtum und die Vision eines Nutzens für alle.
Nationale Grenzen sind aufgehoben, zugunsten globaler Vernetzung. Ethnische oder kulturelle Streitigkeiten gehören der Vergangenheit an.Es gibt keine politischen Interessen, welche anderen, beispielsweise wirtschaftlichen Interessen widersprechen, nur noch menschliche. Menschen sind untereinander gleichberechtigt, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Zustand. Die Akzeptanz z.B. von Geschlechterwechsel oder sexueller Orientierung wird genauso selbstverständlich sein wir die Anerkennung von Stimmen der Kinder bei politischen oder privaten Entscheidungsfindungen.
Verbrechen wird es nicht mehr geben, da aufgrund eines neuen Bewusstseins das Befinden anderer stärker mitempfunden wird und niemand mehr vorsätzlich anderen Leid, Schmerz oder Verlust zufügen wird.
Der Idee der Familie erstreckt sich nicht länger nur auf biologische oder angeheiratete Mitglieder, sondern auf alle Menschen, die sich begegnen. Letzten Endes versteht sich die ganze Menschheit als eine Familie. Fremde sind Menschen der Familie, die noch nicht kennengelernt wurden. Dies entspricht dem kollektiven Wesen, dem wir alle angehören.
Schilder wie „Unbefugtes Betreten verboten“ gibt es auch nicht mehr.


Die Bilder wurden von mir mit „stable diffusion“ gemacht
Wie sich das Bewusstsein des Menschen, also die innere Welt verändern müsste, um eine solche Welt zu gestalten, ist ein weiteres Thema, welches ziemlich lang ist…
Mich würde Eure Meinung oder Kritik interessieren. joachim.dietrich@gmail.com